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Das Alte zurücklassen

Einen Bericht zur Übergabefeier findet ihr hier (dedicationbeilagezu60d.pdf)



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Dawawa-NT Übergabefeier am 10. August 2003 Das Dawawa-Übersetzerteam mit Kindern



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1 9 8 8   -   W I E   A L L E S   B E G A N N   . . . 

Der Zauberer schwang sein langes Buschmesser nahe an Martins Gesicht vorbei. Gerade die Nacht davor waren Martin und ich mit unseren beiden Kindern Samuel und Mirjam, damals 5 und 3 Jahre alt, zu dem Volk der Dawawa gekommen, um mit ihnen zu leben. Nun stand Praut, zusammen mit seinen "drei Aposteln", vor unserer Tür, um Martin zu testen, wie er sagte. Doch nicht er sondern der unsichtbare Mann, der immer bei ihm sei, würde das Buschmesser führen.


 


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Es muss eine Eingebung Gottes gewesen sein, denn Martin antwortete auf diese Aussage spontan: „Das ist ja interessant, ich habe auch immer einen unsichtbaren Mann bei mir. Es ist Jesus Christus, Herr des Universums.“ Daraufhin taumelte Praut rückwärts, während er die ganze Zeit laut vor sich hin schimpfte. Als er sich wieder beruhigt hatte, rief Martin Praut zurück und fragte, was er gerade gesagt hätte. Praut antwortete: „Ich weiß es nicht. Der unsichtbare Mann hat durch mich geredet.”
Wieder fing er an, sein Buschmesser gefährlich nahe an Martins Gesicht vorbeizuschwingen. Daraufhin nahm ich meine beiden Kinder, ging ins Haus und betete, während Martin draußen dem unsichtbaren Geist auf Deutsch gebot, zu verschwinden. Kurz darauf schaute Praut ganz ruhig in Martins Gesicht und sagte: „Ich weiß nun, was ich tun muss. Ich muss dich „mein Herr“ nennen.“



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So begann unsere Arbeit unter den Dawawa im Juni 1988. Damals wussten wir noch nicht, dass nach dieser ersten unheimlichen Begegnung mit dem Zauberdoktor Praut noch viele weitere Begegnungen folgen sollten, in denen wir in ähnlicher Weise mit den Mächten der Finsternis, die bei den Dawawa regierten, konfrontiert werden würden. Doch eines war uns seit diesem ersten Tag an klar; obgleich die Macht des Feindes in diesem Gebiet groß war, die Macht Gottes ist größer. Gott hatte uns zu dem Volk der Dawawa geschickt, um ihnen Seine vergebende Liebe und einen Weg aus der Knechtschaft dieser Mächte zu zeigen.


 


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Heute, fast 20 Jahre später, können wir nur staunen, wie Gott im Laufe der Jahre durch sein Licht die bedrückende Dunkelheit, die über der ganzen Sprachgruppe lag, vertrieben hat. Viele Dawawa haben inzwischen Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser angenommen, so auch Praut und andere Zauberer. Die Freiheit, die der Glaube mit sich bringt, steht in deutlichem Kontrast zur Knechtschaft des Animismus.


 


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In diesen Jahren durften wir auch Zeugen vieler Wunder sein, die Gott unter den Dawawa gewirkt hat. Eines davon ist Egbert, unser ältester Stammeshäuptling. Kurz nachdem er zum Glauben gekommen war, wurde er ernstlich krank. Schon versammelten sich die Angehörigen, um Egberts bevorstehenden Tod zu beklagen. Auch wurde der Zauberdoktor gerufen, um über ihm seine Magie zu machen. Doch Egberts Neffe, der ebenfalls Christ geworden war, verbot dies. Sein Onkel hätte mit all dem Schluss gemacht und er würde stattdessen mit noch zwei anderen Christen zusammen zu Gott um Egberts Heilung beten. Dies taten sie dann auch, und kaum war das „Amen“ gesprochen, setzte sich Egbert aufrecht hin und bat um etwas zu Essen. Gott hatte ihn wieder ganz gesund gemacht!



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Der Stammeshäuptling Egbert



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Auch heute können wir nur staunen, wenn wir diesen inzwischen 83-jährigen Mann sehen, wie er immer noch mit Leichtigkeit die umliegenden Berge besteigt. Sein Beispiel hat dazu geführt, dass viele andere Dawawa auch mit ihren traditionellen Riten gebrochen haben und heute Jesus Christus nachfolgen.


 


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Im August 2003 war es dann endlich soweit, dass wir die Übergabe des Neuen Testamentes für die Dawawa feiern durften. Doch bevor dieses Fest stattfinden konnte, musste erst noch etwas anderes geschehen. So rief Egbert alle anderen Häuptlinge zu einem Treffen zusammen, um ihnen folgendes zu sagen:


 


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„Ich bin ein sehr alter Mann. Alle, die zur gleichen Zeit wie ich geboren wurden, ja sogar alle von meiner Generation, die nach mir geboren wurden, sind inzwischen gestorben. Gott hat mich bis heute am Leben erhalten, um euch folgende Botschaft weiterzugeben: Gott ist mächtiger als alle Geister und Zauberei, die wir kennen. Ich stehe heute hier, um euch zu sagen, dass es an der Zeit ist, mit den alten Wegen endgültig Schluss zu machen, bevor das Neue kommen kann.


 


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Alle Dorfhäuptlinge waren sich einig, dass Egbert recht hatte und endgültig Schluss gemacht werden musste mit den alten Traditionen der Geisteranbetung und Zauberei, die dem neuen Glauben im Weg standen. Sie beschlossen, dies genau einen Tag vor der Übergabefeier zu tun, indem sie eine Demonstration ihres mächtigsten Zauberrituals als Show vorführen wollten und sich dann als gesamte Sprachgruppe von allen geistigen Mächten, die dahinter stehen, ein für alle mal loszusagen.


 


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Viele Besucher, fern und nah, waren inzwischen zur Übergabefeier bei uns im Dorf angekommen. Alle saßen wir gespannt und erwartungsvoll auf geflochtenen Kokosnuss-Matten auf dem Boden vor dem grob zusammengezimmerten Altar, der speziell für diese Zeremonie aufgebaut worden war. Der Anglikanische Priester eröffnete die Zeremonie mit einem Dankgebet.



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Dann erzählte Augustin Sambo, der erste, der sich damals für ein Leben mit Jesus entschied und der heute ein angesehener geistlicher Leiter ist, wie er viele Jahre lang dafür gebetet hatte, dass eines Tages die Dunkelheit im Dorf enden würde und auch andere von dieser Dunkelheit zu Gott ins Licht hinübertreten würden. „Ich weiß, dass Gott meine Gebete erhört hat“, sagte er. „Gottes Wort wohnt nun wahrhaftig unter uns, um auch anderen den Weg von der Finsternis ins Licht zu weisen!“


 


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Sambo erklärte, was bei der Zeremonie passieren würde: "Dieser alte Tanz, den wir gleich zu sehen bekommen, wird Paradiesvogel-Tanz genannt. Er beschwört die Hilfe der Geister herauf, um Herrschaft und Macht zu erlangen und wird nun zum allerletzten mal vorgeführt." Sambo erklärte weiter, dass die Tänzer nur eine verkürzte Form des Tanzes vorführen würden, der mehr als Illustration dieses dämonischen Rituals, das die Leute ein für alle mal hinter sich lassen wollten, dienen sollte. Eine merkwürdige Spannung senkte sich auf die Zuschauer herab, die sich noch genau an die schlimmen Auswirkungen dieses Rituals erinnerten. (Das echte Ritual bestand aus verschiedenen Abschnitten und erstreckte sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren.)


 


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Paradiesvogeltanz Wurde bei der Übergabefeier zum letzten mal vorgeführt



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An diesem Tag jedoch war etwas entscheidend anders als sonst; dies war eine öffentliche Proklamation, dass die Dawawa von nun an Gottes Wort folgen wollen und solche Dinge nicht mehr praktizieren würden. Die Leute schlossen einen Bund mit Gott, dass sie sich nicht mehr länger mit den dunklen Mächten befassen würden. Das Ritual an sich erschien wie ein seltsam langsamer Tanz, der auf den Holzstämmen des Altars vorgeführt wurde.



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Als der Tanz zu Ende war, stellte Sambo der Menge drei mal die gleiche Frage: „Wollt ihr euch wirklich von diesem Ritual und den Mächten, die damit verbunden sind, lossagen?“ Und wie aus einem Munde antworteten alle Dawawa drei mal im Chor: „Ja, wir sagen uns davon los!“ Es war ein sehr bewegender Moment für uns alle.


 


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„All die vielen Jahre der Entbehrungen; der schweren Zeiten, in denen wir von Krankheiten und Zweifeln geplagt wurden; wenn wir uns einsam und verlassen gefühlt hatten und dachten, die Arbeit ginge nicht voran – all das hat sich gelohnt“, schoss es mir durch den Kopf. „Wie gut ist doch Gott“, dachte ich, „der uns die Früchte unserer jahrelangen Arbeit miterleben lässt!“ Und auch ihr, die ihr uns schon jahrelang mit euren Gebeten und euren Gaben in dieser Arbeit begleitet, habt daran Anteil und könnt mit uns Gott preisen für das, was Er unter dem Volk der Dawawa gewirkt hat.


 


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Nachdem Sambo dann das Lossagegebet stellvertretend für alle Dawawa gesprochen hatte, wurden alle Gegenstände, die für die Zeremonie verwendet wurden (wunderschöne Paradiesvogelfedern mit eingeschlossen), auf den Altar geworfen und verbrannt. Unser Hauptübersetzer Copland war eifrig dabei, das Feuer anzufachen, um auch sicher zu sein, dass alle magischen Gegenstände restlos vernichtet wurden. Dies war ein sichtbares Zeichen dafür, wie ernst es den Dawawa damit war.


 


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Am nächsten Morgen, den 10. August 2003, war der Himmel zunächst ziemlich bedeckt, aber dann hat uns der Herr genau das richtige Wetter geschenkt – es war weder zu heiß, noch zu nass für die Feier, die unter freiem Himmel stattfinden sollte. Eine aufregende Vorfreude auf das bevorstehende Fest lag in der Luft. Die Leute hatten entschieden, die Übergabe des Neuen Testamentes im Rahmen eines Dankgottesdienstes zu feiern. Im Anschluss daran waren etliche Ansprachen und ein Festessen geplant.


 

NT - Übergabefeier am 10. August 2003



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Dawawa-Tänzer hatten eigens zu diesem Gottesdienst Dawawa-Lieder komponiert, die vom Dank an Gott erzählten. Damit leiteten sie die Prozession der Neuen Testamente, die auf den Schultern der Männer unseres Übersetzerteams zur Kirche getragen wurden, ein. Dann eröffnete der Anglikanische Bischof Tevita Talanoa den Festgottesdienst mit folgendem Gebet: „Danke Herr für die, die du sendest, das Evangelium zu verkündigen und anderen den Weg zur Wahrheit zu weisen.“


 


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Später sagte er in seiner Predigt: „Die Heilige Schrift ist Nahrung für unsere Seelen und Wasser für unser geistliches Leben. Wovon wir in der Vergangenheit nur geträumt haben wird heute wahr – das Lebendige Wort in der Sprache der Dawawa.“

Im Anschluss an den Gottesdienst kamen die Festansprachen. Jino Gideon, einer unserer Hauptübersetzer, sprach in seiner Ansprache vom Neuanfang, den dieses Neue Testament für die Dawawa kennzeichnen würde. „Dies ist die Antwort unserer Gebete“, sagte er, indem er es mit beiden Händen hochhielt. Für ihn war dies Buch das Resultat von 15 Jahren harter Arbeit – ein bewegender Augenblick, es endlich in Händen halten zu können.


 


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Unser Übersetzerteam - von links nach rechts: Oben - Naicomid, Jino, Gemi, Mclay, Alex, Copland, Martin Unten - Wendy, Mary, Jennifer, Daphny-Rose, Fredis, Beate



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Anschließend wurden die Neuen Testamente verkauft und am Abend dann kam das ganze Dorf zu einem Festessen zusammen. Bis spät in die Nacht wurden Anspiele, Liedbeiträge und Zeugnisse, die von Gottes Güte erzählten, beim Schein der Petroleumlampen vorgetragen. Jeder der Anwesenden empfand, dass sie in der Tat eine Feier miterleben durften, die von Dankbarkeit und Hoffnung für die Dawawa geprägt war.


 


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Das Festessen Ca. 40 Schweine wurden für das Fest geschlachtet.



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